Der dritte Hof

Meine Lernreise durch die Permakultur geht weiter und hat mich in die Nähe von Bregenz am Bodensee geführt. Dort wo die Weissach in die Bregenzer Ach mündet, haben Susanne und Robert ihren Hof angesiedelt. Mit meinem Besuch bei ihnen habe ich mir einen Kleinmädchentraum erfüllt – ich bin auf einem Ponyhof (https://www.reitpaedagogik-biserhof.at/)!

Susannes ganzer Stolz sind die zwei Huzulen-Ponys Hrobi und Pandur. Die beiden sind sehr lieb, ruhig und gelassen, haben aber auch ihren eigenen Kopf! Ein bisschen erinnern sie mich an Esel, die auch wissen, was sie wollen. Susanne ist Reitpädagogin und unterrichtet auch schon kleine Kinder. Meinen Traum hat sie mir erfüllt – ich lerne reiten! Pandur und ich machen meist gar nicht so eine schlechte Figur.

Alte Rassen haben es Susanne angetan und so lebt hier auch eine kleine Schar Sulmtaler-Hühner. Diese Schar ist nicht nur hübsch anzuschauen mit ihren witzigen Frisuren, sondern es steckt weit mehr in ihnen, als man erahnen würde. Ich habe sie letztlich tatsächlich auf Mäusejagd gesehen! Jede Katze wäre beeindruckt gewesen – und ja, sie waren erfolgreich!

Die Ponys und Hühner leisten natürlich auch ihren Beitrag zur Permakultur. Die Pferde „mähen“ die Wiesen und ihr Mist wird zu wunderbarem Dünger im Kompost verarbeitet. Die Hühner vertilgen so allerhand Schädlinge (nicht nur Mäuse) und liefern nebenbei noch leckere Eier. Susanne setzt zusätzlich auf die Unterstützung durch Nützlinge und bereitet ihnen ein angenehmes Quartier. Sie baut Steinhaufen auf und lässt die zurückgeschnittenen Äste auf einem Haufen bis zu zwei Jahre liegen. Hier fühlen sich Blindschleichen, Eidechsen und viele andere Nützlinge wohl.

Was mich am Hof von Susanne und Robert am meisten begeistert, ist ihr hoher Grad an Selbstversorgung. Eine Solaranlage bringt Strom für das Haus, die E-Bikes und die E-Autos. Eine eigene Quelle versorgt die beiden mit frischem Wasser. Der Garten versorgt sie mit frischem Obst und Gemüse. Dank Susannes Einfallsreichtum haben sie auch im Winter viele gute Produkte aus ihrem Garten. Susanne legt Obst und Gemüse auf unterschiedliche Weisen ein, kocht Marmeladen, bereitet Sirups und Säfte zu, trocknet Kräuter und Blumen für Gewürze und Tees. Sie lässt sich auch von der fernöstlichen Küche inspirieren – letztlich haben wir Kimchi zubereitet. Darüber hinaus stellt sie aber auch ihre eigenen Seifen, Waschmittel und Kosmetikprodukte her. Den Winter vor zwei Jahren hat sie genutzt, um sich selbst das Korbflechten beizubringen – davon bin ich total begeistert! Sie fertigt kleine Kunststücke, die nicht nur sehr schön sind, sondern auch unheimlich praktisch. Sobald ein praktischer Behälter fehlt, flechtet sie sich den passenden Korb. Das ist einfach wunderbar.

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4 Kommentare

  1. Verfolge mit Begeisterung deine Blogbeiträge und überlege ständig, was ich in meinem Garten umsetzen kann. Sehr interessant, man sieht vieles aus einem anderen blickwinkel.

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