Das Abenteuer geht weiter…

Meine Lernreise durch die Permakultur liegt nun vorerst hinter mir und es gibt so vieles was ich noch mit euch teilen möchte. Doch das muss erst einmal warten, denn das nächste Abenteuer hat bereits begonnen…

Ich bin im Regenwald Madagaskars und lausche dem Regen. Hier ist gerade Winter und somit Trockenzeit. Die letzten zwei Wochen war es auch trocken, aber heute regnet es – genug Wasser für den Wald, für die Reisfelder, zum waschen und duschen. Im Vergleich zum Sommer, der hiesigen Regenzeit, ist es trocken und ich frage mich immer wieder, wie es wohl zur Regenzeit hier aussieht.

Drei Monate meiner Auszeit verbringe ich hier in Madagaskar als Volunteer für die Madagascar Biodiversity Partnership (MBP, https://madagascarpartnership.org). Ziel dieser Organisation ist es gemeinsam mit Omaha’s Henry Doorly Zoo & Aquarium (OHDZA), madagassichen Behörden und Organisationen sowie mit weiteren internationalen Partnern zum Schutz der einzigartigen Biodiversität Madagaskars beizutragen. Um dieses Ziel zu erreichen, wird bei der Erforschung der Biodiversität und bei der Wiederaufforstung der Wälder die lokale Bevölkerung miteinbezogen. Die Menschen vor Ort werden für den Naturschutz sensibilisiert und arbeiten in verschiedenen Bereichen von MBP mit. Als Guides helfen sie bei der Erforschung der Lemuren. Sie arbeiten in den zahlreichen Baumschulen, pflanzen an Aktionstagen tausende von Bäumen und arbeiten in den Feldstationen oder im Hauptbüro von MBP. Die Schaffung von langfristigen Arbeitsplätzen, die sowohl ein stetiges Einkommen als auch das Erlernen neuer Kenntnisse bieten, sind so wichtig, denn Madagaskar gehört zu den ärmsten Ländern der Welt und birgt zugleich eine so reiche und einzigartige Biodiversität. Die Menschen Madagaskars am Reichtum der Natur durch den Schutz dieser Natur teilhaben zu lassen, ist so wichtig und notwendig. Genau das ist es, warum ich hier als Volunteer bei MBP bin.

Insgesamt 10 Wochen verbringe ich in der Feldstation KAFS nahe der Stadt Kianjavato. Auf der zwölfstündigen Autofahrt von der Hauptstadt Antananarivo bis zur Feldstation KAFS gab es kaum einen Baum. Es ist schockierend und unendlich traurig, wie wenig von dem einstigen kontinuierlichen Regenwald im Osten Madagaskars übrig geblieben ist. Die Landschaft ist geprägt von Reisfeldern und erst kurz vorm Nationalpark Ranomafana gab es wieder Wälder. Umso beeindruckender ist das Vorhaben und Engagement von MBP. In den ersten fünf Wochen hier beobachte ich Lemuren und dann helfe ich fünf Wochen lang beim Wiederaufforsten der Wälder. Ich erfülle mir hier einen Traum. Während meiner Doktorarbeit konnte ich leider keine Feldforschung in Madagaskar machen und jetzt hole ich nach, was ich verpasst habe – ganz ohne Stress und Druck. Dafür helfe ich ganz direkt und kann somit ein bisschen was zurück geben, denn immerhin konnte ich meinen Doktortitel durch die Erforschung der Lemuren Madagaskars machen.

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