Projekte für ein soziales und ökologisches Miteinander

Nun ist das letzte Quartal meines Sabbatjahrs angebrochen und ich bin als Workawayerin in Belgien und Frankreich unterwegs. Ich möchte mir hier einige spannende Projekte anschauen, Menschen treffen, die etwas Neues gewagt haben und ganz „nebenbei“ mein Französisch aufbessern. Workaway (https://www.workaway.info/) ist im Prinzip so ähnlich wie Wwoofing, nur dass die Möglichkeiten und Tätigkeitsfelder vielseitiger sind und man weltweit nach Hosts suchen kann. So kann man zum Beispiel im Haushalt oder auf Farmen helfen, bei ökologischen oder sozialen Projekten mit anpacken, aber auch als Babysitter oder Housesitter tätig werden. Was mir besonders gut gefällt, ist dass man sich mit anderen Workawayern vernetzen kann und so Erfahrungen über Hosts austauschen oder einfach andere Workawayer in der Nähe finden kann. Ich habe mir drei verschiedene Hosts ausgesucht, die ich euch natürlich hier in meinem Blog vorstellen werde.

Ausflug in die Umgebung von Mons

Meine Reise beginnt in Belgien, genauer gesagt in Mons bei Cédric und Sylvie und ihrer kleinen Tochter Clara. Cédric und Sylvie haben mehrere soziale und ökologische Projekte auf die Beine gestellt, denen sie sich neben ihren Teilzeitjobs und dem Familienleben widmen. Ihr Ziel ist es, ein ökologisches Verständnis zu vermitteln und ein soziales Miteinander zu schaffen. Die Projekte sind vielfältig und befinden sich in verschiedenen Entwicklungsstadien. 

Der Hauseigene Permakulturgarten

Da ist zum Einen das Permakulturprojekt Jardimanche (Facebook: Jardimanche Permaculture Mons). Hierfür haben Cédric und Sylvie einen Teil ihrer Ackerfläche zur Verfügung gestellt, um gemeinsam mit anderen Interessierten einen Permakulturgarten anzulegen. Seit 3 Jahren wird hier jeden Sonntag gemeinschaftlich gegärtnert und experimentiert. Daher auch der Name Jardimanche – es ist eine Verschmelzung der beiden französischen Worte Jardin (Garten) und Dimanche (Sonntag). Irgendwann soll sowohl das hier angebaute Obst und Gemüse als auch die Produkte anderer Produzenten verkauft werden. Ich habe einige Mitglieder des Jardimanche kennengelernt, den harten Kern sozusagen, der sich auch im Winter gern einbringt. Sie sind alle sehr nett und voller Tatendrang. Zusammen haben wir das Saatgut gesichtet, vorbereitet und katalogisiert, damit es dem Bio-Siegel entspricht. Dabei habe ich richtig Lust bekommen auch selber mein Saatgut herzustellen. 🙂 Im Garten selbst sind wir auch vorangekommen. Wir haben Zwiebeln und Knoblauch ausgesät und Buchsbaum als Beetumrandung gepflanzt. Dabei haben wir Cédrics erprobte Methode eingesetzt: Einfach nur ein paar kleine Zweige vom Buchsbaum abbrechen und direkt in den Boden stecken. Nach einigen Wochen sind die ersten Wurzeln da. In Cédrics kleinem Permakulturgarten direkt hinterm Haus funktioniert das sehr gut und sieht sehr hübsch aus. 

In diesem kleinen Garten hat Cédric seine ersten Experimente mit der Permakultur gemacht und beobachtet was funktioniert und was nicht.  Beobachten – das ist das Wichtigste in der Permakultur und diesem Ansatz begegne ich immer wieder. Die Natur ist der Ratgeber und es geht nur mit ihr und nicht gegen sie. Eine weitere Leidenschaft Cédrics ist das Upcycling, das er in all seine Projekte einbringt. Aus alten Fenstern wird ein Gewächshaus gebaut und alte Glasflaschen dienen als Beetumrandung. Das Wasser, das sich auf dem Boden der Flaschen sammelt, bietet eine ideale Trinkstelle für Insekten. 

Flaschen als Beetumrandung

Alte Dinge finden auch einen Platz in der Gestaltung des Ladenprojekts Du Pain et des Roses (Facebook: Du Pain et des Roses – Épicerie coopérative et participative montoise). Sylvie und Cédric haben ein altes Haus mitten in der Stadt gekauft und renovieren es in Eigenregie mit Hilfe vieler fleißiger Workawayer. Dieses Mammutprojekt steht nun kurz vor der Vollendung. Dieser Laden unterscheidet sich allerdings von anderen Geschäften, denn er wird von einem Kollektiv verwaltet und geleitet. Zusammen mit ungefähr 20 weiteren Teilnehmern sollen hier verschiedene Produkte verkauft werden. Jeder der Beteiligten verwendet 3 Stunden seiner Zeit im Monat für den Laden und so wird die Arbeitslast, die ein Geschäft mit sich bringt, auf ausreichend Schultern verteilt. Es ist ein soziales Projekt und es geht den Beteiligten nicht um das große Geld. Ich finde dieses Konzept sehr spannend und bin neugierig, wie es laufen wird. Diesen Frühling soll der Laden eröffnet werden.

Das dritte Projekt ist der essbare Wald. Dieses Projekt befindet sich noch auf dem Reißbrett und soll beginnen, sobald die Arbeiten im Geschäft abgeschlossen sind. Das Land auf dem der Wald entstehen soll, haben die beiden schon gekauft. Es grenzt an einen Kindergarten an und idealerweise soll hier gemeinsam mit den Kindern gegärtnert werden. Wir werden sehen, wie sich dieses Projekt entwickeln wird. Es bleibt auf jeden Fall spannend bei Cédric und Sylvie. Ideen haben sie genug und auch die Motivation ihre Ideen in die Tat umzusetzen. 🙂

Wandbild im Geschäft – gemalt von einer Workawayerin

Naturschutz an der Ostsee

Nach meinem Einsatz für die Lemuren und Wälder Madagaskars wollte ich mich für unsere heimische Natur engagieren. Gleichzeitig habe ich mich nach etwas Ruhe und Zeit zum sinnieren gesehnt. Und wo geht das wohl besser als am Meer? Beim Verein Jordsand im Naturschutzgebiet Schleimündung (https://www.jordsand.de/schutzgebiete/schleimündung/) bin ich fündig geworden. Der Verein betreut zahlreiche Schutzgebiete an Nord- und Ostsee und hat sich vor allem dem Schutz der See- und Küstenvögel verschrieben. Das Naturschutzgebiet Schleimündung befindet sich im Norden Deutschlands nahe der dänischen Grenze und umfasst das Mündungsgebiet der Schlei, einen Meeresarm der Ostsee. 

Mein täglicher Blick auf die Ostsee 🙂

Die Schleimündung ist ein wichtiges Brut-, Rast- und Überwinterungsgebiet für zahlreiche Vogelarten, weshalb der ganzjährige Schutz dieses Gebietes besonders wichtig ist. Dazu gehört auch ein Betretungsverbot, denn genau wie wir Menschen brauchen auch Vögel einen ruhigen und geschützten Ort zum Ausruhen und zur Aufzucht des Nachwuchses. Wer möchte schon gern ständig Fremde im Haus haben? Die zahlreichen Vögel lassen sich aber auch gut vom Rand des Gebietes beobachten und der Verein bietet von April bis Oktober Führungen in das Gebiet an. Und Strandspaziergänge an der Ostsee kann man auch kilometerlang außerhalb des Schutzgebietes machen. Einmal wöchentlich führt der Verein Vogelzählungen durch, um den Bestand und den Zu- und Wegzug der Vögel zu erfassen.  

Der Verein lebt von dem Engagement der vielen freiwilligen Helfer und wird auch durch Spenden unterstützt. Für ca. 6 Wochen habe auch ich etwas mitgeholfen. Von November bis Dezember konnte ich in die Arbeit im Naturschutzgebiet reinschnuppern. Da die Saison bereits vorbei war, ging es etwas ruhiger in der Schleimündung zu. Ich wurde sehr herzlich vom praktischen Referenten Dieter, den beiden FÖJlern Luisa und Erik, sowie der BFDlerin Lilith aufgenommen. Es ist eine illustre Runde, die sich da zusammengetan hat, um gemeinsam die Natur zu schützen. Zusammen haben wir vor allem Pflegearbeiten durchgeführt, die während der hektischeren Sommersaison angefallen sind und für die einfach keine Zeit blieb. Da ist der Zaun, der erweitert werden musste, damit er auch weiterhin Mensch und Naturschutzgebiet voneinander trennt. Gleichzeitig sorgt er dafür, dass die robusten Galloway-Rinder im Schutzgebiet bleiben. Die Rinder halten die Vegetation im Gebiet offen und kurz, damit die bodenbrütenden Vögel „freie Sicht“ haben. Auf der anderen Seite der Schlei übernehmen Schafe diese Aufgabe. Da der Wind und das Meer immer wieder Müll in das Schutzgebiet tragen, haben wir gemeinsam Müll eingesammelt und dabei so einiges gefunden, dass nun wirklich nicht ins Schutzgebiet gehört. Im phänologischen Garten war der Baumschnitt der Weiden fällig und was ich bei Thekla auf meinem 1. Hofbesuch gelernt habe, konnte ich hier gut einbringen: „nichts wird verschwendet“. So haben wir gemeinsam die Zaunumrandung des phänologischen Gartens mit den geschnittenen Ästen verschönert. Es blieb auch Zeit für ein paar handwerkliche Tätigkeiten, wie Ausbesserungsarbeiten in der Unterkunft und in der Vogelwärterhütte, aber auch für den Bau von Nistkästen, Vogelfutterhäuschen und dem Design eines Insektenhotels. Mein Highlight war natürlich die wöchentliche Vogelzählung. Morgens bei Sonnenaufgang und Wind und Wetter ging es los. Nur wenn der Wind zu stark war und man durchs Spektiv nichts mehr sehen konnte, haben wir die Zählung verschoben. Auf diesen Zählungen habe ich besonders viel über die Vögel gelernt. Wie man verschiedene Arten unterscheiden kann, am Gesang, am Aussehen oder am Flug. Ich wusste auch nicht, dass einige Vogelarten je nach Saison verschiedene Kleider tragen, wie das Prachtkleid, das vor allem zur Partnerwahl dient, oder das Schlichtkleid. Diese Wanderungen durch das Naturschutzgebiet waren wie eine kleine Entdeckungsreise. Hier wurde mir erst richtig bewusst, wie viele Vögel in dem Gebiet sind, aber auch weit draußen auf der Ostsee, die man mit bloßem Auge gar nicht sehen kann. Ein Blick durch das Spektiv ist wie ein Blick in eine verborgende Welt.

Direkt an der Ostsee und am Eingang zum Naturschutzgebiet steht die Vogelwärterhütte, die Luisa und ich unser Zuhause nennen durften. Besser hätte ich es nicht treffen können! Trotzdem es recht kalt war und es kein fließend Wasser gab, war es genial. Ich habe zum ersten Mal direkt am Meer gewohnt und es richtig genossen. Morgens habe ich den Sonnenaufgang über der Ostsee bestaunt und später immer wieder die Vögel und Galloway-Rinder im Schutzgebiet beobachtet. Von der Haustür aus ging mein Strandspaziergang direkt los und abends habe ich den Sternenhimmel bewundert. Und immer wieder einfach nur aufs Meer starren… . Nach einer Weile hatte ich auch den Dreh mit dem Einheizen raus und kann mich mittlerweile einen Profi im Ofen anfeuern nennen :). Neben diesem wunderbaren Zuhause konnten Luisa und ich aber auch die Annehmlichkeiten der Unterkunft von Erik und Lilith nutzen, die nach wenigen Minuten mit dem Rad erreichbar war. Hier gab es warmes Wasser und eine gemütliche Küche in der wir gemeinsam gekocht, Karten gespielt und gestrickt haben. Hier habe ich eine regelrechte Leidenschaft fürs Socken stricken entwickelt – gerne in Begleitung einer hiesigen beliebten und an der Schlei gedrehten Fernsehserie. Es hat uns natürlich auch viel nach draußen gezogen und wir haben die Gegend rund um die Schlei mit dem Fahrrad erobert. 

Diese wunderschöne Region rund um die Schleimündung mit ihren vielen Vögeln, der weiten offenen Landschaft, dem Meer und der Schlei ruft gleichzeitig verschiedenste Interessen und damit auch Konflikte aufs Parkett. Da ist der kleine Hafen auf der Lotseninsel, der nur per Boot erreichbar ist, da das Betreten des Naturschutzgebiets aus guten Gründen verboten ist. Da ist das neue Ostseeresort Olpenitz auf dem ehemaligen Marinestützpunkt, das direkt an das Naturschutzgebiet angrenzt. Und da ist die Ostsee, deren Wasser bei starkem Ostwind in die Schlei gedrückt wird und Ängste schürt. Da tut es gut zu Wissen, dass es den Verein gibt, der die Interessen der Natur im Blick hat, während so viele andere nur die eigenen oder wirtschaftliche Interessen im Sinn haben. Es braucht engagierte Leute, die ihre Zeit und Kraft zum Schutz der Natur aufwenden, denn sie braucht eine starke Lobby in unserer Zeit, wo leider immer noch mehr über die Klimakrise und den Schutz der Natur geredet wird, als tatsächlich gehandelt. Auch hier in Deutschland müssen wir uns für die Natur stark machen, denn wir sind ein Teil von ihr und ohne sie geht es nicht. Umso inspirierender war es zu sehen, dass es viele, vor allem junge Leute gibt, die sich aktiv für die Natur engagieren und denen reden allein nicht mehr genug ist…   

Auf geht‘s 🙂

Bäume pflanzen für den Regenwald

Die 2. Hälfte meiner Zeit in Madagaskar habe ich beim Wiederaufforstungsteam verbracht. Ich hatte eigentlich gedacht, dass ich mein Highlight nun hinter mir hatte – meine Zeit bei den Lemuren war so grandios. Aber da hatte ich mich geirrt, ein weiteres Highlight erwartete mich – Bäume pflanzen und so den Wald zurückbringen!

Waldfragmente werden durch gezielte Pflanzaktionen wiederverbunden

Wie viele Bäume und Wälder verschwunden sind, merkt man überall, aber am schockierendsten war es für mich auf der Fahrt von der Hauptstadt Antananarivo zum Camp südlich vom Nationalpark Ranomafana. Vom kontinuierlichen Regenwald, der sich von Nord nach Süd im Osten Madagaskars erstrecken soll, war kaum noch ein Baum zu sehen. Erst kurz vorm Nationalpark Ranomafana gab es wieder einen Wald. Die Wälder wurden gerodet (Brandrodung), um neue Reisfelder oder andere Ackerflächen anlegen zu können. Diese Methode wird seit Generationen weltweit verfolgt. Gerade in den tropischen Breiten ist dieses Vorgehen jedoch verheerend, da der Boden meist tiefgründig verwittert ist und kaum Nährstoffe bietet. Nährstoffe werden von absterbenden Pflanzenresten des Regenwaldes nachgeliefert. Fehlt der Wald, fehlen auch die Nährstoffe und der Boden wird schnell ausgelaugt (https://www.bodenwelten.de/content/tropische-boeden). Kann der Boden nicht mehr für die Landwirtschaft genutzt werden, wird wieder neuer Wald gerodet. Es ist ein Teufelskreis.

Die Madagascar Biodiversity Partnership (MBP; https://madagascarpartnership.org/) hat sich zusammen mit Conservation Fusion (http://conservationfusion.org/) das Ziel gesetzt, den Wald zu schützen und ihn zurückzubringen, wo er nicht mehr da ist. Sie vermitteln Wissen über den Wald und ihre Bewohner, vor allem über die Lemuren, und erklären warum es so wichtig ist den Wald zu schützen. Dieses große Engagement ist beeindruckend und zeigt seine Wirkung. Seit 10 Jahren arbeiten diese beiden NGOs Hand in Hand und haben bereits viel bewirkt. Durch die Beschäftigung vieler madagassischer Mitarbeiter hat sich der Lebensstandard verbessert und die Forschungsarbeiten madagassischer und internationaler Studenten ist wichtig, um die Lemuren schützen zu können. Denn auch die Lemuren tragen ihren Teil zum Erhalt des Waldes bei, in dem sie die Samen nach dem Genuss der Früchte im Wald verteilen.

Wie schnell der Regenwald verbrannt ist und wie lang es dauert ihn zurückzubringen, habe ich im Wiederaufforstungsteam gelernt. Dieses Team ist sehr groß und in mehrere Bereiche unterteilt. Es gibt ein Team das Samen im Wald sammelt. Diese Samen werden in zahlreichen Baumschulen zu kleinen Bäumchen herangezogen. Damit sie gut gedeihen, wird Kompost der Erde beigemischt. Dieser Kompost wird in den Baumschulen angesetzt. Wenn die Setzlinge groß genug sind, werden sie an ihrem Bestimmungsort eingepflanzt. Es gibt zweimal die Woche mehrere Pflanzaktionen und je Pflanzort werden bis zu 3000 Bäume gepflanzt! Es ist alles sehr gut durchorganisiert. Zunächst werden die Pflanzlöcher ausgehoben und mit etwas Kompost versehen. Dann werden die Setzlinge ausgewählt, die groß genug sind, um eingepflanzt zu werden. Sie werden so nah wie möglich an den Pflanzort gefahren, doch da er oft fernab der Straße liegt, werden sie in Bambuskörben getragen. So ein Korb wiegt zwischen 20 und 25 kg und die Träger tragen meist zwei Körbe auf einmal! Es ist einfach unglaublich! An ihrem Bestimmungsort angekommen, werden die Bäumchen eingepflanzt. Das Ganze geht so schnell vor sich und ist sehr gut durchorganisiert. Die Pflanzaktionen mag ich am meisten. Ich bin zwar deutlich langsamer als meine Kollegen, aber es macht so viel Spaß Bäume zu pflanzen. Natürlich wird bei diesen Aktionen auch viel gelacht und es ist ein tolles Gefühl gemeinsam den Wald zurückzubringen.

Bis aus den ersten gepflanzten Bäumchen ein Wald entsteht, dauert es jedoch sehr lang. Zunächst werden Pionierarten gepflanzt. Diese wachsen sehr schnell und bereiten den Boden für weitere Waldarten vor. Sobald die Pionierarten groß genug sind, werden dazwischen andere Waldarten gepflanzt. Diese wachsen allerdings sehr langsam. Was in Minuten oder Stunden verbrannt ist, braucht Jahrzehnte um wieder zurück zukommen. Ein paar Bäume machen noch keinen Wald. Um so bewundernswerter ist das große Engagement von MBP und Conservation Fusion die Wälder zu schützen und die Waldfragmente durch Neupflanzungen wieder zu verbinden, damit die Lemuren und viele andere Arten auch morgen noch einen Platz zum Leben haben.

Aus jedem Samen wächst ein Baum und irgendwann ist er wieder da… der Wald

Bei den Lemuren…

Morgens 5:20 Uhr, der Wecker klingelt in der Dunkelheit, Zeit aufzustehen. Langsam wechseln sich die Geräusche der Nacht mit dem Gezwitscher des Morgens ab. Ich klettere aus meinem Zelt und begrüße den Tag. Nach dem Frühstück – gewöhnlich Reis mit einem Stück Omelett oder Gemüse und eine gute Tasse Kaffee – geht der Tag richtig los.

Es ist 6:30 Uhr und wir fahren mit dem Van zum Wald. Unterwegs klettern die Guides und andere Mitarbeiter von MBP (Madagascar Biodiversity Partnership, https://madagascarpartnership.org/) in den Van zu uns – da kann es schon mal richtig eng werden – typisch Madagaskar eben, da wird jedes Eckchen im Vehikel genutzt.

Mein morgendlicher Blick

An unserem Zielort angekommen wandern wir in den Wald und suchen die Lemuren, die wir heute beobachten wollen. Ich bin im Varecia-Team und wir beobachten Varecia variegata, den Schwarzweißen Vari. Einige Individuen tragen ein Radiohalsband und werden regelmäßig beobachtet. Wir folgen den besenderten Tieren zwei stundenlang und notieren ihr Verhalten alle fünf Minuten. Doch bis wir das Tier gefunden haben, das wir zuerst beobachten wollen, kann es schon mal dauern. Je nachdem wo es sich im Wald befindet, brauchen wir 20 – 40 Minuten bis wir es finden. Zuerst folgen wir schmalen Pfaden in den Wald hinein – meist steil bergauf, dann geht es weiter „off-road“ durch das Unterholz.

Dann sind wir da, hoch oben im Baum sind sie – die Schwarzweißen Varis. Es ist unglaublich diese wunderschönen Lemuren in freier Wildbahn – mitten im Wald – sehen und beobachten zu können. Und das Beobachten ist meist beidseitig. Sie sind wahre Artisten wie sie von Baum zu Baum springen! In den Bäumen suchen sie nach Blättern, Früchten und Blüten von denen sie sich als reine Vegetarier ernähren. Besonders beliebt scheint die Blüte der Ravinala – Madagaskars Nationalbaum – zu sein.

Alle 5 Minuten ertönt ein Beep an meiner Armbanduhr und ich notiere das Verhalten. Nach längeren Ruhephasen kommt es dann zu aktiveren Phasen. Oftmals hört man eine Art Grunzen – sie überlegen, was sie als nächstes machen. Und dann geht es los, sie laufen von Ast zu Ast und springen von Baum zu Baum. Jetzt müssen wir schnell sein, die Guides haben immer ein Auge auf die Lemuren und rennen ihnen hinterher durch den Wald. Mitzuhalten ist nicht ohne, die Lemuren haben eindeutig einen Vorteil in den Bäumen, doch die Guides sind super schnell am Boden. Und ich – ich bin anfangs eher hinterher gestolpert… . Doch nach den ersten Wochen konnte ich auch recht schnell durch den Wald rennen – bergauf, bergab, über Stock und Stein, durchs Unterholz und Spinnenweben. Natürlich nicht so schnell und ausdauernd wie die Guides – die gerade bei den sehr steilen und langen Aufstiegen immer wieder auf uns Volunteers gewartet haben und so frisch und ausgeruht auf mich wirkten, während wir ganz schön aus der Puste waren. Es war aber immer ein Erlebnis und es macht so viel Spaß durch den Wald zu jagen und Lemuren zu beobachten!

Oft sehen wir auch andere Lemurenarten im Wald. Am liebsten ist mir Eulemur rufifrons, der Rotstirnmaki. Sie sind so neugierig und aktiv unterwegs. Oftmals kommen sie relativ nah und beobachten uns ganz genau! Ganz nah bin ich Prolemur simus (Große Bambuslemur) gekommen, als ich mit dem anderen Lemuren-Team mitgegangen bin. Der Große Bambuslemur ernährt sich fast ausschließlich von Bambus, wie sein Name schon verrät. Im Vergleich zu einem typischen Tag mit den Schwarzweißen Varis geht es bei den Großen Bambuslemuren eher geruhsam zu. Sie legen nicht so große Distanzen zurück und sind tiefer im Baum unterwegs, sodass man ihnen leichter folgen und sie auch besser beobachten kann.

Mein besonderes Highlight war als wir eine Nacht einem Aye-Aye (Daubentonia madagascariensis) gefolgt sind. Aye-Ayes sind nachtaktiv und sehen sehr kurios aus. Ihr Gebiss erinnert eher an ein Nagetier als an einen Primaten. Mit ihrem langen dünnen knöchernden Mittelfinger klopfen sie rhythmisch den Baumstamm ab, um nach Insekten im Holz zu suchen. Nachdem sie ihre Beute geortet haben, beißen sie mit ihren Vorderzähnen ein Loch in den Baum und angeln sie mit ihrem dünnen Mittelfinger heraus. Ich fand immer, dass Aye-Ayes eher hässlich sind – ihre großen Augen und Ohren, ihr eher lichtes Fell, ihre Zähne und diese verrückten Finger… . Aber als ich sie hier gesehen habe mitten im dunklen Wald, wie sie aus ihrem Nest herausgekommen sind – da war es um mich geschehen! Sie sind einfach wunderschön! Wie konnte ich je denken, dass sie hässlich sind?!

Das Abenteuer geht weiter…

Meine Lernreise durch die Permakultur liegt nun vorerst hinter mir und es gibt so vieles was ich noch mit euch teilen möchte. Doch das muss erst einmal warten, denn das nächste Abenteuer hat bereits begonnen…

Ich bin im Regenwald Madagaskars und lausche dem Regen. Hier ist gerade Winter und somit Trockenzeit. Die letzten zwei Wochen war es auch trocken, aber heute regnet es – genug Wasser für den Wald, für die Reisfelder, zum waschen und duschen. Im Vergleich zum Sommer, der hiesigen Regenzeit, ist es trocken und ich frage mich immer wieder, wie es wohl zur Regenzeit hier aussieht.

Drei Monate meiner Auszeit verbringe ich hier in Madagaskar als Volunteer für die Madagascar Biodiversity Partnership (MBP, https://madagascarpartnership.org). Ziel dieser Organisation ist es gemeinsam mit Omaha’s Henry Doorly Zoo & Aquarium (OHDZA), madagassichen Behörden und Organisationen sowie mit weiteren internationalen Partnern zum Schutz der einzigartigen Biodiversität Madagaskars beizutragen. Um dieses Ziel zu erreichen, wird bei der Erforschung der Biodiversität und bei der Wiederaufforstung der Wälder die lokale Bevölkerung miteinbezogen. Die Menschen vor Ort werden für den Naturschutz sensibilisiert und arbeiten in verschiedenen Bereichen von MBP mit. Als Guides helfen sie bei der Erforschung der Lemuren. Sie arbeiten in den zahlreichen Baumschulen, pflanzen an Aktionstagen tausende von Bäumen und arbeiten in den Feldstationen oder im Hauptbüro von MBP. Die Schaffung von langfristigen Arbeitsplätzen, die sowohl ein stetiges Einkommen als auch das Erlernen neuer Kenntnisse bieten, sind so wichtig, denn Madagaskar gehört zu den ärmsten Ländern der Welt und birgt zugleich eine so reiche und einzigartige Biodiversität. Die Menschen Madagaskars am Reichtum der Natur durch den Schutz dieser Natur teilhaben zu lassen, ist so wichtig und notwendig. Genau das ist es, warum ich hier als Volunteer bei MBP bin.

Insgesamt 10 Wochen verbringe ich in der Feldstation KAFS nahe der Stadt Kianjavato. Auf der zwölfstündigen Autofahrt von der Hauptstadt Antananarivo bis zur Feldstation KAFS gab es kaum einen Baum. Es ist schockierend und unendlich traurig, wie wenig von dem einstigen kontinuierlichen Regenwald im Osten Madagaskars übrig geblieben ist. Die Landschaft ist geprägt von Reisfeldern und erst kurz vorm Nationalpark Ranomafana gab es wieder Wälder. Umso beeindruckender ist das Vorhaben und Engagement von MBP. In den ersten fünf Wochen hier beobachte ich Lemuren und dann helfe ich fünf Wochen lang beim Wiederaufforsten der Wälder. Ich erfülle mir hier einen Traum. Während meiner Doktorarbeit konnte ich leider keine Feldforschung in Madagaskar machen und jetzt hole ich nach, was ich verpasst habe – ganz ohne Stress und Druck. Dafür helfe ich ganz direkt und kann somit ein bisschen was zurück geben, denn immerhin konnte ich meinen Doktortitel durch die Erforschung der Lemuren Madagaskars machen.

Der dritte Hof

Meine Lernreise durch die Permakultur geht weiter und hat mich in die Nähe von Bregenz am Bodensee geführt. Dort wo die Weissach in die Bregenzer Ach mündet, haben Susanne und Robert ihren Hof angesiedelt. Mit meinem Besuch bei ihnen habe ich mir einen Kleinmädchentraum erfüllt – ich bin auf einem Ponyhof (https://www.reitpaedagogik-biserhof.at/)!

Susannes ganzer Stolz sind die zwei Huzulen-Ponys Hrobi und Pandur. Die beiden sind sehr lieb, ruhig und gelassen, haben aber auch ihren eigenen Kopf! Ein bisschen erinnern sie mich an Esel, die auch wissen, was sie wollen. Susanne ist Reitpädagogin und unterrichtet auch schon kleine Kinder. Meinen Traum hat sie mir erfüllt – ich lerne reiten! Pandur und ich machen meist gar nicht so eine schlechte Figur.

Alte Rassen haben es Susanne angetan und so lebt hier auch eine kleine Schar Sulmtaler-Hühner. Diese Schar ist nicht nur hübsch anzuschauen mit ihren witzigen Frisuren, sondern es steckt weit mehr in ihnen, als man erahnen würde. Ich habe sie letztlich tatsächlich auf Mäusejagd gesehen! Jede Katze wäre beeindruckt gewesen – und ja, sie waren erfolgreich!

Die Ponys und Hühner leisten natürlich auch ihren Beitrag zur Permakultur. Die Pferde „mähen“ die Wiesen und ihr Mist wird zu wunderbarem Dünger im Kompost verarbeitet. Die Hühner vertilgen so allerhand Schädlinge (nicht nur Mäuse) und liefern nebenbei noch leckere Eier. Susanne setzt zusätzlich auf die Unterstützung durch Nützlinge und bereitet ihnen ein angenehmes Quartier. Sie baut Steinhaufen auf und lässt die zurückgeschnittenen Äste auf einem Haufen bis zu zwei Jahre liegen. Hier fühlen sich Blindschleichen, Eidechsen und viele andere Nützlinge wohl.

Was mich am Hof von Susanne und Robert am meisten begeistert, ist ihr hoher Grad an Selbstversorgung. Eine Solaranlage bringt Strom für das Haus, die E-Bikes und die E-Autos. Eine eigene Quelle versorgt die beiden mit frischem Wasser. Der Garten versorgt sie mit frischem Obst und Gemüse. Dank Susannes Einfallsreichtum haben sie auch im Winter viele gute Produkte aus ihrem Garten. Susanne legt Obst und Gemüse auf unterschiedliche Weisen ein, kocht Marmeladen, bereitet Sirups und Säfte zu, trocknet Kräuter und Blumen für Gewürze und Tees. Sie lässt sich auch von der fernöstlichen Küche inspirieren – letztlich haben wir Kimchi zubereitet. Darüber hinaus stellt sie aber auch ihre eigenen Seifen, Waschmittel und Kosmetikprodukte her. Den Winter vor zwei Jahren hat sie genutzt, um sich selbst das Korbflechten beizubringen – davon bin ich total begeistert! Sie fertigt kleine Kunststücke, die nicht nur sehr schön sind, sondern auch unheimlich praktisch. Sobald ein praktischer Behälter fehlt, flechtet sie sich den passenden Korb. Das ist einfach wunderbar.

Mähen mit der Sense

Mit der Sense mähen zu können, wollte ich unbedingt lernen! Warum? Zum einen, weil ich es toll finde eine Wiese ganz ohne Rasenmäher mähen zu können – ohne Abgase und ohne Batterie. Zum anderen würde der Rasenmäher bei einer Wildblumenwiese ohnehin kapitulieren. Die Sense hat zusätzlich noch den Vorteil, dass die Mahd nicht zu kurz wird, man gezielt Pflanzen stehen lassen kann und auch steile Hänge gemäht werden können. Die eigene Fitness kommt beim Schwingen der Sense natürlich auch nicht zu kurz.

Sich für eine Wildblumenwiese und gegen einen Rasen zu entscheiden hat übrigens viele Vorteile – eigentlich nur Vorteile. Im Gegensatz zum Rasen muss man eine Wildblumenwiese kaum pflegen. Denn man braucht sie nicht zu düngen und muss sie nur einmal im Jahr mähen – weniger Arbeitsaufwand geht nun wirklich nicht! Darüber hinaus finden Insekten hier Nahrung und keine grüne Wüste vor. Und so eine Wildblumenwiese kann man auch ganz hervorragend in der Küche gebrauchen! Salate, Suppen, Tees und Co. werden mit den richtigen Wildkräutern erst richtig schmackhaft!

Außerdem ist sie wunderschön anzuschauen und sie klingt so toll – summ, summ, summ.

Überall Kartoffeln…

Deutlich später als üblich im Jahr haben wir Kartoffeln gesetzt. Dank des experimentierfreudigen Permakulturansatzes sind wir dennoch positiv gestimmt und gespannt wie die Ernte dieses Jahr ausfallen wird.

Bei Kartoffeln ist es wichtig das Anbaufeld jährlich zu wechseln, damit sich keine Kartoffelschädlinge oder Krankheiten ausbreiten können. So wurde auch hier wieder einmal experimentiert und zwei neue Beete aus alten Reifen angelegt. Die restlichen Saatkartoffeln haben wir im lehmigen Boden gesetzt, wo vorher Salate und Winterpostelein waren. Der Anbau von Kartoffeln eignet sich übrigens gut, wenn ein neues Beet angelegt werden soll. Sie verbessern den Boden und sind somit ideal als Vorkultur für das folgende Gemüse.

Natürlich macht es noch mehr Spaß mit anderen gemeinsam zu gärtnern. Martina, Bernhard und ich waren ein tolles Team – so schnell und leicht ging die Arbeit von der Hand! Und lustig war es natürlich auch!

Der zweite Hof

Meine Lernreise durch die Permakultur führt mich zu Sepp und Veronika in der Nähe von Steyr (http://permakultur.cc/). Am Horizont sind die Kalkalpen zu erkennen, während es auf dem Permakulturhof vor Leben nur so strotzt. Überall summt und brummt es, zwitschert und quakt es. Die beiden bewirtschaften nicht nur ihren Hof im Sinne der Permakultur, sondern sie leben die Ideen der Permakultur.

Infiziert mit den Ideen der Permakultur haben sie sich während einer Bildungsreise in Indien. Sie waren zu Gast in einem Permakulturgarten und fanden inmitten der sonst so trockenen Region ein wahres Paradies vor. Pflanzen wuchsen im Übermaß und trugen zahlreiche Früchte, während die umliegenden Bauern mit der Trockenheit zu kämpfen hatten. Infiziert von der Permakulturidee und dem offensichtlichen Beweis, dass es funktionierte, wollte Sepp sofort nach Hause, um auf dem Familienhof die Permakultur umzusetzen.

Als erstes haben sie das Wasser auf den Hof geholt. Sie haben ein 2×2 m tiefes Loch ausgehoben und über ein Jahr lang beobachtet. Das Wasser blieb – „was bei einem kleinen Loch funktioniert, funktioniert auch bei einem größeren Teich“, so Sepp. Dank des lehmigen Bodens brauchten sie keine Folie um das Wasser zu halten. Heute sind 6 Teiche und zahlreiche Feuchtbiotope auf dem Gelände, die den Boden feucht halten. In und um sie herum tummelt es vor Leben. Frösche und Kröten quaken um die Wette. Enten, Fische, Insekten und sogar europäische Sumpfschildkröten finden hier einen Lebensraum. Sepp und Veronika gießen mit dem Teichwasser neugepflanzte Pflanzen. Nach dem Angießen werden die Pflanzen nur noch gegossen, wenn es lange Zeit sehr trocken ist. Veronika gewöhnt die Pflanzen von Anfang an an wenig Wasser, damit sie tiefer wurzeln und selbstständig nach Wasser suchen. Somit spart sie sich Arbeit und der Boden wird gut durchwurzelt.

Experimentieren und beobachten, das sind ganz wichtige Herangehensweisen in der Permakultur, die Sepp und Veronika mit Leidenschaft durchführen. Kartoffeln wurden schon auf unterschiedlichste Weisen angebaut. Tomaten werden an verschiedene Stellen bei unterschiedlichen Bedingungen gesetzt und das Ergebnis dann verglichen. Im nächsten Jahr wissen sie dann wieder mehr. Wenn etwas mal nicht so funktioniert wie gedacht oder erhofft, dann ist es einfach eine weitere Erfahrung im Lernprozess. Seit letztem Jahr haben sie ein Folienhaus und experimentieren hier weiter: „Wir haben noch keine Erfahrung und probieren einfach aus, mal schauen wie es wird“, so Veronika.

Experiment: Salat im Baumstamm

Sepp und Veronika betreiben nicht nur Permakultur, sondern sie leben die Permakultur. Die Permakultur lebt von der Gemeinschaft und so haben sie sich ein Netzwerk aufgebaut in dem Produkte getauscht werden, aber auch gemeinsam angepackt wird, wenn es etwas zu tun gibt. Dann kommen Freunde vorbei und helfen beim Bau des Schafzauns oder befreien Bäume von überwuchernden Lianen. Und natürlich kommen auch Wwoofer zum Hof und einige von ihnen kommen immer wieder, um zu helfen und um am Wissen von Sepp und Veronika teilzuhaben. Das breite Wissen der beiden und ihre große Bereitwilligkeit dieses Wissen zu teilen, begeistert mich an ihnen! „Nicht belehren, sondern das Wissen teilen, das ist ganz wichtig in der Permakultur“, sagt Sepp immer wieder.

Was ich bei Sepp und Veronika am meisten genieße ist ihre positive Art! Sie sehen immer das Positive in allem und betonen es. Sie erfreuen sich an jedem Tag: „Ich hoffe du hast nichts Besseres vor, denn das jetzt hier ist Lebenszeit“, sagte Sepp mal zu mir. Das werde ich nicht vergessen und mitnehmen. Das Leben ist jetzt.

Wurzeln wurzeln

Ich kann mich an den vielen schönen Pflanzen gar nicht satt sehen. Dieses wunderbare Grün und die vielen schönen bunten Blüten sind einfach eine Augenweide. Doch was ist mit dem Teil der Pflanzen, den man eigentlich nicht sieht? Was ist mit den Wurzeln? Wie schön, vielseitig und ja – wie witzig diese sein können, habe ich vor Kurzem entdeckt! Ich habe Wurzeln von Klette, Nachtkerze und Beinwell ausgestochen, um diese zu essen bzw. zur Salbe (Beinwell) weiterzuverarbeiten. Beim Ausstechen bin ich schier umgefallen vor Lachen, man ahnt ja gar nicht, was sich unter der Erde verbirgt! Diese grandiöse Entdeckungstour möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten. Viel Spaß mit den Bildern!

Beinwell

Die Wurzel der Nachtkerze schmeckt übrigens nach Schinken – wirklich wahr!